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Im Einklang mit der Weltgemeinde

Im Einklang mit der Weltgemeinde

17. Oktober 2018 | Battle Creek (Michigan/USA) | Kommunikationsabteilung der Generalkonferenz | Kategorie: BWV

Am Sonntag, dem 14. Oktober, hat der Exekutivausschuss der Generalkonferenz mit 185 zu 124 Stimmen das Dokument Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz verabschiedet. Die Entscheidung knüpfte an eine Abstimmung desselben Ausschusses vom Oktober 2017 an.

Das beschlossene Dokument verfolgt den Zweck, die gottgegebene, biblisch begründete Autorität unserer kirchlichen Organisation zu wahren und ein heilsames Verfahren zur Verfügung zu stellen, das Dienststellen hilft, im Einklang mit der Weltgemeinde und ihren auf höchster Ebene (GK-Vollversammlung und deren Exekutivausschuss) getroffenen Entscheidungen zu operieren. (Fragen und Antworten zu diesem Dokument finden sich hier.)

Am 14. Oktober erhielten die über 300 Mitglieder des Exekutivausschusses aus aller Welt gemeinsam mit Hunderten geladener Gäste und Beobachter in der Kellogg-Arena vollständige Hintergrundinformationen einschließlich Antworten auf Fragen über Sinn und Vorgehensweise des vorliegenden Dokuments.

Im Wesentlichen wurde dargestellt: 

1.     Das Dokument basiert auf den Beiträgen Hunderter Leiter aus aller Welt.
2.     Beinah drei Viertel der Leiter haben angegeben, dass die Nichtbeachtung von Entscheidungen der Weltgemeinde Konsequenzen für betroffene Dienststellen haben sollte.
3.     Das Dokument befindet sich in vollem Einklang mit der Verfassung der Generalkonferenz und ihren Regularien [Bylaws] sowie den Arbeitsrichtlinien [Working Policy].
4.     Das Dokument verfolgt einen christozentrischen Ansatz bei Regelverstößen, indem es die nächsthöhere Dienststelle vor Ort zur Lösung des Problems ermutigt.
5.     Das Dokument beinhaltet sorgfältig formulierte Sicherungsmechanismen gegen „königliche Macht“, zentralisierte Autorität und eine hierarchische Gemeindestruktur.

„Dieses Dokument ist von euch ausgegangen; es ist euer Dokument“, stellte Ted N. C. Wilson, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, vor den Ausschussmitgliedern fest. „Die Frage ist: Sollte eine Organisation bereit sein, sich an ihre eigenen Regeln zu halten?“

Schwerpunkte des „Aufsichtskomitees für Einheit“ [Unity Oversight Committee]

Michael Ryan, Vorsitzender des Aufsichtskomitees, fasste zusammen, worauf das Komitee bei seiner Arbeit Wert gelegt hat:

·       Transparenz – alle Informationen zeitnah öffentlich machen
·       Breiter Input – Äußerungen von Leitern sammeln, repräsentativ für die Freikirche
·       Kürze – das Dokument einfach und knapp gestalten
·       Konformität – sich an Verfassung, Regularien und Arbeitsrichtlinien der Generalkonferenz halten
·       Akzeptanz – Beschlüsse der GK-Vollversammlung als verbindlich akzeptieren 

Das Dokument stützt sich auf qualitative und quantitative Daten aus vierzehn Treffen – eines in jeder Division und eines im Mittlerer-Osten-Verband – mit 137 Verbandsvorstehern und 683 anderen Leitern der Freikirche. Zudem erhob das Büro für Archiv, Statistik und Forschung (ASTR) der Freikirche eine professionell entworfene Umfrage unter den 137 Verbandspräsidenten weltweit. Der Fragebogen wurde in mehreren Sprachen verbreitet und erreichte eine Beteiligung von 100 %.

Ergebnisse der Umfrage

Laut David Trim, Leiter des ASTR, sprachen sich in der Umfrage fast 75 % der Verbandspräsidenten für angemessene Konsequenzen aus, wenn eine Dienststelle Entscheidungen der Weltgemeinde nicht respektiert.

Trim betonte abschließend, obwohl das vorgeschlagene Dokument nicht die Wünsche aller berücksichtigen könne, gebe es „Konsens über einen Hauptpunkt: dass Regelwidrigkeit nicht ignoriert werden kann und mit Blick auf die Arbeitsweise unserer kirchlichen Organisation Konsequenzen haben sollte.“

Das Dokument ist legal

Auf Trims Ausführungen folgte Karnik Doukmetzian, Justiziar der Generalkonferenz und der Nordamerikanischen Division der Siebenten-Tags-Adventisten. Er bestätigte die Konformität des Dokuments mit der Verfassung und den Regularien der Freikirche.

„Kommt es nicht zum Einlenken [nachdem die im Dokument beschriebenen Schritte gegangen worden sind], … kann die Organisation oder der Leiter einer der drei Disziplinarmaßnahmen unterzogen werden“, erklärte Doukmetzian in seiner Zusammenfassung des Dokuments: „Warnung für die Organisation, öffentliche Rüge für den gewählten Leiter der Organisation oder Anwendung bestehender Regelungen bzw. verbindlicher Dokumente zwecks Entfernung aus triftigem Grund. Keine dieser drei Optionen noch das beschriebene Verfahren widersprechen dem Sinn oder Wortlaut der Verfassung oder der Regularien der Generalkonferenz, zu denen wir uns alle als dauerhafte Arbeitsgrundlage bekannt haben“, unterstrich er.

Langjährige Norm für Leiter

Hensley Moorooven, Sekretär des Komitees und Untersekretär der Weltgemeinde, hob hervor, dass „Übereinstimmung mit den Arbeitsrichtlinien eine langjährige Verhaltensnorm für adventistische Leiter ist.“

„Was hält die Gemeinde zusammen?“, fragte er die Mitglieder des Exekutivausschusses. „Unsere tägliche Übergabe an den Heiligen Geist. Unsere Bereitschaft, den Zusammenhalt zu suchen. Unsere Hingabe an eine globale Mission. Regelungen sind darum die Folge von Einheit, nicht ihre Ursache.“

„Gestattet mir die Bemerkung“, meinte Moorooven. „Der erste Schritt zur Gemeindespaltung ist die Entscheidung eines Leiters das zu übergehen, worauf wir uns bereits geeinigt haben. Es ist nicht ein Dokument, das die Gemeinde spaltet!“

Moorooven fuhr fort: „Unsere Ordnung formuliert durchaus die Erwartung, dass Leiter sich nach diesem Buch [den Arbeitsrichtlinien] richten.“

Dann zitierte er die Arbeitsrichtlinien:

B 15 10 Einhaltung der Richtlinien erforderlich – 1. Die Arbeitsrichtlinien der Generalkonferenz sollen von allen Organisationen in jedem Teil des Weltfeldes strikt eingehalten werden. Jede Organisation soll in voller Übereinstimmung mit den Richtlinien der Generalkonferenz und jeweiligen Division operieren. 

B 15 15 Leiter / Verwalter sollen regelkonform arbeiten – Leiter und Administratoren sollen in Übereinstimmung mit den Arbeitsrichtlinien der Generalkonferenz vorgehen. Wer sich unfähig oder unwillig zeigt, regelkonform zu arbeiten, sollte von der Delegiertenversammlung bzw. dem Aufsichtsrat / Ausschuss nicht in seinem Leitungsamt bestätigt werden.

Moorooven führte weiter aus, dass diese Regelungen bereits seit Jahrzehnten existieren.

„Die Beachtung der Arbeitsrichtlinien ist schon lange verbindliche Norm für adventistische Leiter, und das eingebrachte Dokument baut auf diesem Grundsatz auf“, schloss Moorooven.

In seiner Präsentation des Dokumentes als Vorlage für den Exekutivausschuss erklärte Michael Ryan:

„Der Entwurf beinhaltet ein gründlich durchdachtes, ordentliches Verfahren im Umgang mit verschiedenen Formen von Regelverstößen, ein Verfahren, das Beschränkungen und Sicherheiten umfasst, sowohl gegen willkürliche Machtausübung als auch gegen bewusste Missachtung von Übereinkünften. Wenn ihr diese Vorlage erörtert, dann vergesst bitte nicht, dass mehr als zwei Drittel der Leiter der Verwaltungseinheiten in der Weltgemeinde glauben, dass es organisatorische Konsequenzen für Missionen, Vereinigungen und Verbände haben sollte, wenn sie nicht bereit sind zu befolgen, was die Delegierten der Weltgemeinde gemeinsam diskutiert und entschieden haben.“

Die Ordnung der Gemeinde ist essenziell für die Einheit unter Gläubigen im Neuen Bund. Ohne Gemeindeorganisation und die Beachtung der gegenseitigen, auf GK-Vollversammlungen getroffenen Übereinkünfte besteht die Gefahr, dass die Freikirche aufsplittert und in den Kongregationalismus treibt.

Es ist das Gebet der GK-Leitung, dass das aktuelle Dokument hilft, die Ordnung der Weltgemeinde zu wahren, um Jesu Auftrag zu erfüllen, das Evangelium in alle Nationen, Stämme, Sprachen und Völker zu tragen. Schließlich ist dies der eigentliche Zweck unserer Struktur als Freikirche – die Förderung einer christozentrischen, biblisch verwurzelten und vom Geist bevollmächtigten Mission. 

Ein Bericht über die Diskussion und Abstimmung über das Dokument findet sich in dem Bericht von Adventist News Network und Adventist Review: „Jahressitzung stimmt für Konformitäts-Dokument“.

Quelle des englischen Originalartikels:

https://news.adventist.org/en/all-news/news/go/2018-10-17/harmony-with-the-world-church/

Dies ist eine von der Baden-Württembergischen Vereinigung in Auftrag gegebene Übersetzung.

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