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Fragen zum beschlossenen Dokument der GK-Herbstsitzung 2018

Fragen zum beschlossenen Dokument der GK-Herbstsitzung 2018

Foto: Shutterstock/Brian A Jackson

17. Oktober 2018 | Battle Creek (Michigan/USA) | Kommunikationsabteilung der Generalkonferenz | Kategorie: BWV

Im Anschluss an die Verabschiedung des Dokuments Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz“ am Sonntag sind zahlreiche Fragen über die Bedeutung des Beschlusses und seiner Konsequenzen für den Führungsstil innerhalb unserer Freikirche gestellt worden. Dieser Artikel soll einige dieser Fragen beantworten.

Was behandelt das Dokument?

„Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz“ versucht, die Frage zu beantworten: „Was geschieht, wenn eine adventistische Organisation Entscheidungen zuwiderhandelt, die von der Gesamtheit der Gläubigen auf einer Generalkonferenzvollversammlung oder vom GK-Exekutivausschuss getroffen worden sind?“

Warum ist eine gemeinsame Ordnung wichtig?

Wenn eine Gruppe oder Organisation sich zusammenfinden will, einigen sie sich auf die gemeinsame Einhaltung bestimmter Regeln oder Richtlinien. Die Stärke einer Organisation liegt in der Selbstverpflichtung jeder ihrer Einheiten, Mehrheitsbeschlüsse zu beachten. Keine Gruppe kann ihre Ziele erreichen, wenn die Mehrheit in einen zähen Konflikt über die gemeinsamen Regeln verwickelt ist.

Was sehen unsere gegenwärtigen Arbeitsrichtlinien (Working Policy) bei Regelverstößen vor?

Scheint eine Dienststelle nicht fähig oder willig, ihre Aufgaben gemäß den Ordnungen der Weltgemeinde zu erfüllen, sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
1)     Abstufung der Dienststelle zu einer Mission
2)     Ausschluss ihres Leiters aus dem GK-Exekutivausschuss „aus triftigem Grund“ [for cause]
3)     Auflösung und Neuorganisation der Dienststelle 

Wie geht es nach der Annahme des Dokuments jetzt weiter?

Wird bei einer Organisationseinheit ein Regelverstoß festgestellt, liegt es in der Verantwortung der nächststehenden Dienststelle, sich der Sache anzunehmen. Nur für den Fall, dass die örtliche Dienststelle die Konformität der betreffenden Einheit nicht herstellen kann, wird der GK-Verwaltungsausschuss (GC ADCOM) die Einbeziehung des zuständigen Konformitätsgremiums in Betracht ziehen. 

Was ist ein Konformitätsgremium, und wie arbeitet es?

Ein Konformitätsgremium ist ein Unterausschuss des GK-Verwaltungsausschusses mit beratender Funktion. Wie gesagt, wird es nur dann aktiv, wenn die unteren Leitungsebenen (Vereinigung, Verband und/oder Division), die der nichtkonformen Entität am nächsten stehen, nicht in der Lage waren diese wieder in Einklang zu bringen. 

Welche Befugnisse haben die Konformitätsgremien?

Die Konformitätsgremien haben keine Befugnisse. Sie beraten und berichten ihre Ergebnisse lediglich an den GK-Verwaltungsausschuss. Jegliche Folgemaßnahmen benötigen die Zustimmung des GK-Verwaltungsausschusses, der Vorstände der GK und der Divisionen (GCDO) und schließlich des GK-Exekutivausschusses. 

Ist eine Division eine von der Generalkonferenz unabhängige Einheit?

Nein. In der adventistischen Kirchenstruktur besteht die Generalkonferenz aus den Verbänden und diese wiederum aus Vereinigungen (manchmal auch aus Gemeinden). Divisionen sind keine separaten Körperschaften, sondern Teil der Generalkonferenz selbst; daher können sie sich nicht von der Generalkonferenz trennen. 

Verkörpert dieses Dokument eine autoritäre Gewaltausübung von oben nach unten?

Nein. Es respektiert das allgemeine adventistische Führungsverständnis, dass jede Ebene der Gemeindestruktur ihre eigene delegierte Autorität besitzt, und ermutigt dazu, Regelwidrigkeiten möglichst nah am Ort des Geschehens zu lösen. Allerdings anerkennt es auch die Verantwortung höherer Organisationsebenen der Freikirche, eine Angelegenheit zu klären, sollten andere Dienststellen nicht handlungsfähig sein.

Ändert dieses Dokument die Arbeitsweise der Freikirche?

Nein. Die Richtlinien der Freikirche bestehen aus den Übereinkünften, denen sich Leiter auf allen Ebenen bewusst unterstellt haben, um so unsere Mission zu erfüllen. Die theologische und organisatorische Autorität der Freikirche ist in der Adventgeschichte immer wieder infrage gestellt worden. Und Gott hat seine Gemeinde stets befähigt, diese Herausforderungen zu bewältigen und weiter zu gedeihen und zu wachsen. 

Ich fürchte um die Adventgemeinde. Was kann ich tun?

Wir empfehlen dir, das Dokument selbst zu lesen.  

(Englische Originalfassung)

(Deutsche Übersetzung)

Du kannst außerdem für die Gemeinde und ihre Führung beten. Und du kannst darauf vertrauen, dass Gott für jeden von uns sorgen wird. Alle sind sich einig, dass wir vorangehen und als vereinte Gemeinde die Liebe Jesu und seine baldige Wiederkunft verkünden wollen. Niemand, kein Leiter oder Administrator, würde dem widersprechen. Wir ringen einfach darum, was momentan der beste Weg dafür ist. Wir bitten alle unsere Geschwister, weiter für uns zu beten, wenn wir unsere gemeinsame Mission vorantreiben, jeden Menschen für Christus zu erreichen, und dabei „eifrig bemüht sind, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens“ (Epheser 4,3; Schlachter). 

Wo kann ich mehr über das Dokument und seine Entstehung erfahren?

Mehr über den Hintergrund des Dokuments und seine Bedeutung erfährst du in dem Artikel „Harmony with the World Church: Background Given for Voted Document“ [Im Einklang mit der Weltgemeinde: Hintergründe des beschlossenen Dokuments].

Quelle des englischen Originalartikels:

https://news.adventist.org/en/all-news/news/go/2018-10-17/questions-on-the-document-voted-at-gcac18/

Dies ist eine von der Baden-Württembergischen Vereinigung in Auftrag gegebene Übersetzung.

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